Das gute alte Berlin

Solange es die Mauer gab, war der Osten Berlin kaum verändert und der Westen wuchs im Rahmen des Möglichen. Nach der Vereinigung fielen auch die Grenzen der Bebauung, viele Investoren drängten in den Osten, nicht immer zum Vorteil. Was zunehmend verschwand, ist das alte Berlin vor der Teilung. Selbst die Mauer gibt es kaum noch zu sehen.

Wo ist das Berlin der 20er und frühen 30er Jahre, wo sind die Goldenen Zeiten geblieben? Damals konnte man alles machen was erlaubt war oder auch nicht. Wenn man in Hinterzimmern die Karten mischte und die Ordnungshüter kamen, dann sagte man einfach “Wir spielen Casino, ganz ohne Geld” und keiner konnte einem etwas anhaben. Damals gab es noch keine Onlinekasinos, die man von zu Hause aus besuchen konnte und die auf einem kleinen Gerät Roulette, Poker und Glücksspielautomaten boten.

Doch hier und da sieht man noch das Berlin der Gründerzeit. Im Klosterviertel zum Beispiel, wo sich einst das Franziskaner-Kloster befand. Es heisst auch das graue Kloster, benannt nach den Kutten der Mönche.Die U-Bahnstation “Klosterstraße” erinnert noch daran. Das Viertel grenzt an den Molkenplatz. der auf der anderen Seite das Nicolaiviertel als Begrenzung hat. Nicht weit ist eines der ältesten Restaurants, “Der letzten Instanz” – es ist 1561 gegründet worden. Sogar Charlie Chaplin war hier schon zu Gast.

Eine der ältesten Straßen des alten Berlin ist die Jüdenstraße. Hier wohnten schon im Mittelalter die jüdischen Bewohner. Heute sind nur noch wenige originale Gebäude erhalten, eines ist das Rote Rathaus. Auch das Alte Stadthaus ist ein Denkmal, auch weil hier der Einheitsvertrag ausgehandelt wurde. Eine alte Straße mit neuem Namen ist die Littenstraße gleich um die Ecke, benannt nach dem jüdischen Anwalt Litten, der einst versuchte nachzuweisen, dass die NSDAP keine legitime Partei war. Er war ausserdem ein bekannter Arbeiteranwalt.

Wenn man genau hinschaut, dann kann man also das alte Berlin noch hier und da entdecken. Es stellt sich nur die Frage, wie lange noch.

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